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Schutz vor Beschneidung in Mali

Die weibliche Genitalbeschneidung ist in Mali über die Grenzen der Religionszugehörigkeit hinaus weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass 92 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten sind. Die malische Regierung engagiert sich seit über 20 Jahren gegen die Praktik. Allerdings gibt es bis heute kein Gesetz, das die weibliche Genitalbeschneidung unter Strafe stellt.

Mali

Erfolgsgeschichte die Mut macht: Die Mädchen im Dorf Makana werden nicht mehr beschnitten

Im Projekt von Plan steht Aufklärungsarbeit im Vordergrund: Seit April 2004 wird in 140 Dörfern mit Theater- und Videovorführungen sowie Seminaren informiert. Die Projektmitarbeitenden diskutieren mit religiösen Würdenträgern, Dorfoberhäuptern, Jugendlichen, Frauen und den Beschneiderinnen über Kinderrechte und die Gleichberechtigung von Mädchen und Buben. Mit Lobbyarbeit bei religiösen Führern erreicht Plan alle acht Regionen Malis.

Wichtiger Erfolg im Jahr 2007: An 116 Schulen wurde das Thema weibliche Genitalverstümmelung in den Lehrplan aufgenommen. 27 Dörfer haben offiziell mit der Genitalverstümmelung aufgehört. Eines davon ist Makana.

Projektbesuch unseres Program Managers Andreas Rösch im Dorf Makana
Makana ist eine Erfolgsgeschichte. Was hier erreicht wurde, soll für alle Mädchen in Mali möglich sein. "Ein langer Weg steht uns bevor", bestätigt die Koordinatorin des Plan-Projektes gegenüber Andreas Rösch anlässlich seines Besuchs des Dorfes im Juli 2010: "Jedes Dorf ist wieder eine neue Herausforderung und die Machtverhältnisse sind anders verteilt. Bei gewissen Dörfern kommen wir nur langsam voran. Wir brauchen mehr Erfolge wie in Makana. Sie helfen uns andere Dörfer zu überzeugen. Die Mädchen sind uns dafür ein Leben lang dankbar. Es ist ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit."

Weibliche Genitalbeschneidung als Tradition
Die Tradition der weiblichen Genitalbeschneidung ist tief in der Gesellschaft verwurzelt. Erfahrungen in der Arbeit gegen Beschneidung haben gezeigt, dass die Abschaffung dieser Tradition nur über einen langfristigen, auf Respekt beruhenden Dialog mit allen Gemeindemitgliedern möglich ist. 
Da weibliche Genitalbeschneidung mit vielen unterschiedlichen Faktoren zusammenhängt, müssen die Bemühungen zur Abschaffung dieser Praktik ebenfalls vielschichtig und umfassend sein. Plan setzt sich deshalb dafür ein, dass weibliche Genitalbeschneidung auf den unterschiedlichsten Ebenen thematisiert wird.

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Die Mütter feiern das Ende der Beschneidung im Dorf

Netzwerke bilden
Plan engagiert sich gemeinsam mit anderen Organisationen in nationalen Netzwerken gegen die weibliche Genitalbescheidung. Bis heute gibt es in Mali kein Gesetz, das diese Menschenrechtsverletzung unter Strafe stellt. Plan unterstützt deshalb Politikerinnen und Politiker bei der Ausarbeitung entsprechender Gesetzesvorlagen.

 

Aufklärung und Schulungen
Auf der Ebene der Aufklärung müssen Vorbilder aufgebaut und Meinungsführer sensibilisiert werden. Ein verantwortungsvoller Umgang der Medien mit dem Thema ist genauso notwendig wie die Erstellung didaktischer Materialien für den Schulunterricht. Lokale Nichtregierungsorganisationen benötigen finanzielle und technische Unterstützung und Schulungen. Ausserdem ist es wichtig, alle Mitglieder der Gemeinde, Männer und Frauen, Mädchen und Jungen, Alte und Junge, in den Dialog einzubeziehen und den Zusammenhang zu den Kinderrechten deutlich zu machen.


Helfen Sie mit einer Projektpatenschaft oder einer Spende im Kampf gegen die weibliche Genitalbeschneidung in Mali: