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Haiti - zwei Jahre nach dem Erdbeben

Das schwere Beben, das am 12. Januar 2010 Haiti erschütterte, warf die Entwicklung des Landes um Jahrzehnte zurück. Der Wiederaufbau geht voran und jeder noch so kleine Fortschritt ist ein Erfolg.

Haiti, Kind in Klassenzimmer

Ein Mädchen in einem von Plan gebauten Klassenzimmer.

Es war eine der grössten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre: Das Erdbeben, das am 12. Januar vor zwei Jahren Haiti erschütterte. Trotz schnell angelaufener internationaler Soforthilfe hat sich die Situation für einen Grossteil der Menschen nur wenig geändert. Nach wie vor leben Tausende Menschen in den Notunterkünften und sind auf Hilfe von aussen angewiesen. Mehr als 5’000 Schulen, sowie Ministerien und Krankenstationen wurden damals zerstört. Immer noch dominieren Schutt und Geröll das Strassen­bild und die Aufräumarbeiten, vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince, gehen nur langsam voran. Der bürokratische Verwaltungsapparat Haitis verzögert die Arbeit oft.

Im Herbst 2010 brach zudem landesweit die Cholera aus und hat bis heute Tausende Menschenleben gefordert. Vor allem in ländlichen Gebieten, wo Gesundheitszentren fehlen, ist die Infektionsrate höher und die Krankheit nur schwer in den Griff zu bekommen. Aber es gibt auch Fortschritte: Jede neuerbaute oder renovierte Schule, jeder gebohrte Brunnen ist ein Zeichen für die kleinen Erfolge im Wiederaufbau des Landes.

Die Arbeit von Plan in Haiti nach dem Erdbeben
Haiti, Verteilung von Nothilfegütern

Eine Plan-Mitarbeiterin verteilt Nothilfe-Güter an Bedürftige

Plan leistete von Anfang an umfassende und schnelle Soforthilfe, die durch Aktivitäten des Wiederaufbaus erweitert wurde. Plan und die Partnerorganisationen vor Ort stellten die medi­zinische Versorgung der Erdbebenopfer sicher. In einer der grössten Notunterkünfte, in Corail, unterstützte Plan das medizi­nische Personal mit Schulungen und Medika­men­ten.

Schwerpunkte in der Soforthilfe und im Wiederaufbau waren und sind die Schaffung von kinderfreundlichen, sicheren Orten und Einrichtungen zur frühkindlichen Förderung. Plan baute im Weiteren hurrikan- und erdbeben­sichere Schulzimmer für Tausende Schülerinnen und Schüler und führte Schulungen zu  Katastrophen­vorsorge, Kinderschutz, Gesundheits- und Hygiene­aufklärung mit Lehrpersonen durch.

Haiti, Esswaren

Kinder mit einer Mahlzeit, die von Plan verteilt wurde.

Die Arbeit von Plan zur Eindämmung der Cholera

Auf den Ausbruch der Cholera im Herbst 2010 reagierte Plan umgehend mit der Einrichtung von Cholera-Behandlungsstationen und Gesund­heits­posten.

Jugendliche aus den Plan-Kinderclubs erhiel­ten von Plan Hygieneschulungen, die sie an Schulen und in ihren Gemeinden weitergaben. Sie erreichten mehr als 30'000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte. Parallel führte Plan eine Aufklärungskampagne zu Hygiene­­­ und Choleraprävention durch, die mehr als 155.000 Menschen erreichte.



Einige Facts zum Einsatz von Plan International in Haiti

In den letzten 24 Monaten hat Plan in Haiti…

  • … die schulische Wiedereingliederung von 31’000 Kindern ermöglicht,
  • 257 Klassenzimmer in Jacmel und Croix-des-Bouquets gebaut,
  • …dafür gesorgt, dass 14’000 Menschen (darunter 12’000 Kinder) psychosoziale Unterstützung erhalten,
  • 36’000 Menschen einkommengenerierende Tätigkeiten vermittelt, damit diese sich und ihre Familien aus der Armut befreien können,
  • 22’000 Menschen unmittelbar nach dem Beben mit Zelten und lebensnotwendigen Gütern versorgt,
  • … in Zusammenarbeit mit der irischen NGO „Haven“ 100 kleine Holzhäuser für Mütter von Kleinkindern gebaut, die ihre Ehemänner während des Erdbebens verloren hatten.
  • mehr als 40’000 Menschen Zugang zu Cholera-Behandlungsstationen und Gesundheitposten gewährt.